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Zeit zu Hanteln #4 Einmal Forrest Gump

05.08.2018

Die meisten von euch kennen bestimmt den Filmklassiker und gleichnamige Literaturverfilmung „Forrest Gump“.
In dieser geht (meistens rennt), salopp gesagt, ein Idiot seinen Weg durchs Leben. Das Faszinierende ist

dabei die Art und Weise wie er die Dinge betrachtet und angeht, scheinbar von einem glücklichen Zufall zum nächsten stolpert – oder etwa doch nicht? Sicherlich kennt ihr dann auch die Stelle im Film, in der Forrest (scheinbar) eines Tages wie aus dem Nichts spontan einen dreijährigen Dauerlauf quer durch Nordamerika startet?

Worauf will ich eigentlich hinaus?!
Erstens habe ich mich der Sache und dem Prinzip, einfach mal impulsiv an einem wunderschönen Sonntagmorgen Laufen zu gehen angenommen, um euch in Folge dessen darüber zu berichten.
Zweitens empfinde ich Forrest Gump als ein wunderbares Beispiel, ein Sinnbild dafür, wie man es schafft ein Momentum zu erzeugen, ob im Sport oder Leben allgemein.

Die Freude am Irresein kann nur ein Irrer würdigen. (Dryden aus Forrest Gump von Winston Groom)

Bro, do u even science?

Zunächst gibt es für das Erzeugen von Momenten zwar keine Studien (das ist mein Job ;), aber wissenschaftliche Erkenntnisse über deren Bedeutung fürs Training.

forrest

Denn im Review von Schoenfeld et alii (2018), in dem die Ergebnisse von 22 Studien zusammengefasst worden sind, wird zur Erkenntnis gelangt, dass höhere Trainingsfrequenz(en) für mehr Muskelkraftgewinn sorgen.

Es geht um die Erhöhung der Häufigkeit des Trainings. Ältere Daten zeigen dazu passend auch, dass das Nervensystem hochreguliert wird, wenn du eine bestimmte Übung oder einen bestimmten Muskel, häufiger trainierst.

Statt also alle 1-2 Tage 1-2x Einheiten zu absolvieren, wären jeden Tag einfach mal so 5 Liegestütz, 5 Klimmzüge und 5 mal aus der tiefen Kniebeuge in die Luft springen effektiver.
Stimmt, wenn man es 1. den ganzen Tag machen kann (da hapert’s bei den meisten ja schon dran: Kontinuität und Durchhaltevermögen) und 2. es dann auch über den ganzen Tag verteilt macht.

Bei solcher Trainingsmethodik kommt natürlich ordentliches Volumen zusammen:
Angenommen du absolvierst jede Stunde vorhergenanntes Beispiel mit 5 Wiederholungen/3 Übungen und das bei 16h Wachsein.
Das sind 5×16 = 80 Wiederholungen und für Otto-Normalverbraucher je nach Übung schon ziemlich ordentlich!

Wir reden jetzt gerade natürlich nicht vom Elite-CrossFitter, der wesentlich mehr Wiederholungen am Tag schafft und schaffen sollte. Aber man kann die Regeln ja individuell anpassen, anwenden und verschärfen, damit selbst ein CrossFitter ins Schwitzen kommt 😉

Der Punkt ist, der mir wichtig war, dass man über den Tag verteilt immer mehr Volumen schafft als in 1h und damit automatisch auch mehr Trainingsreize auf die Muskulatur ausüben kann.

Dabei schöpft man den Muskel natürlich nicht immer völlig aus, so wie bei 1h intensivem Training üblich, aber scheinbar geht es im Endeffekt eh nur um die Höhe des endgültigen Volumens.

War Forrest Gump ein Idiot?

Als Personal Trainer und CrossFitter, der sowohl Coach als auch Athlet ist, kann ich nur sagen: Nein!

Ein Momentum zu kreieren & zu nutzen, das dann wiederum in häufiges Training resultiert, kann nicht idiotisch sein.

Doch was habe ich jetzt konkret besagten Sonntagmorgen getan, kommen wir doch nun endlich einmal zur Situation:

Ich zog meine Laufschuhe an, setzte mir Kopfhörer auf und brachte den Müll runter. Kurz nachdem ich den Müll in die Tonne schwang, drehte ich mich um 180° Richtung Kreuzung, die gerade auf Grün geschaltet war, und lief einfach drauf los, Richtung Plänterwald/Treptower Park bei mir um die Ecke

Puh, das war gar nicht so schwer und hörte sich jetzt auch gar nicht soo idiotisch an, oder?
So oder ganz so ähnlich muss sich wohl auch der liebe Forrest gefühlt haben, bevor er einfach für 3 Jahre durch Nordamerika gelaufen ist.

Überliste dich selbst!

Finde heraus, was dich blockiert oder besser noch motiviert!
Vielleicht hilft dir ja das einfache Beispiel von wegen Laufschuhe & Kopfhörer lieber schon präventiv beim Müllrunterbringen anlegen?

Es kann aber auch jedes andere erdenkbare Beispiel sein, wie z.B. immer 3-5 Klimmzüge zu machen, wenn man zuhause an seiner Klimmzugstange vorbeiläuft oder on top noch 3-5 Liegestütze (irgendwann) gleich hinterher.

Zeit zu Hanteln!
Personal Coach und Athlet

Sebastian

author: Sebastian Werner