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Zeit zu Hanteln #3 Personal Trainer auf Abw(i)egen

08.07.2018

Mit reißerischem Titel und einer Portion „es ist wieder ‚Zeit zu Hanteln‘ “ beschäftigt sich Teil #3 meiner Kolumne mit der Frage, was passiert bei Abwesenheit des (Personal) Trainers?

Letztens befand ich mich im direkten Gespräch mit einem Kollegen, ob dieser einen Kunden von mir vertreten bzw. während meiner Abwesenheit trainieren könnte.

Denn auch ich brauche wie jeder andere Mensch mal eine Auszeit, auch wenn der Kurztrip zum weltbekannten und -größten Electronic-Music-Festival wohl nicht als entspannend bezeichnet werden dürfte.

Aber auf Abwegen ist auf Abwegen und die Kunden möchten weiterhin trainieren (warum sie das auch sollten; dazu gleich mehr).

Also muss Vertretung her?! Richtig!
Diese Idee ist nicht erst im eigentlichen Sinne des Wortes entstanden. Sie ist gewachsen, wie ein Kind wächst, weshalb ich vorher etwas in der Zeit zurückgehen muss.

Fährst du halt nie in den Urlaub und lebst in ständiger Angst, dein ganzes Business könnte an die Wand fahren, weil du mal nicht da bist.

Abwiegen ist abwägen

Zunächst ging es bei mir wohl damit los, dass ich eines Tages damit konfrontiert wurde, für einen Kollegen dessen Kunden zu trainieren.
Ohne Einwände stimmte ich selbstverständlich zu und sah es als willkommene Herausforderung und Abwechslung an.

Abgesehen vom monetären Aspekt, auf den ich gar nicht detailliert einzugehen brauche, stellte sich bei mir schnell der berühmte AHA-Effekt ein!

Wer sich als Personal Trainer fürchtet, bei kurzfristiger Vertretung den Kunden zu verlieren, hat schon längst verloren!

Das Wohl und Interesse des Kunden hat Priorität Nr. 1. Es ist doch wichtiger diesen weiterhin trainieren zu lassen und Momentum zu kreieren bzw. beizubehalten, der sich wiederum in Kontinuität manifestiert.

Somit erreicht man als guter Personal Trainer gleich mindestens 2 Dinge auf einen Schlag:

  1. Kunde trainiert, ist für gute Vertretung dankbar und wird „bei der Stange gehalten“
  2. Passives Einkommen

Punkt 2 spricht fast für sich, aber als komplett oder teilweise selbstständiger Personal Trainer ist dein Einkommen direkt mit dir als Person und deiner Dienstleistung verbunden.
Normalerweise heißt keine Anwesenheit = keine Dienstleistung = kein Geld.

Dadurch dass der Kunde quasi nur „ausgeliehen“ wird, verbleiben Rechnung(sstellung), Steuern etc. beim Original-Trainer.
Dafür hat es sich bewährt, dem lieben Kollegen einen vorher vereinbarten Preis zu zahlen, der nicht dem vollen Stundenpreis entspricht, wodurch eine Win-win-win-Situation entsteht.

Trainer A hat trotz Abwesenheit keinen Totalausfall, Trainer B kann kurzfristig mehr Geld verdienen, ohne ein Mehr an Marketing- oder Akquise-Kosten tragen zu müssen, um an einen neuen Kunden zu gelangen und der Kunde ist glücklich und fühlt sich rundum betreut, weil dessen Trainer Punkt 1 auch nicht fürchtet.

Das Wohl und Interesse des Kunden hat Priorität Nr. 1. Es ist doch wichtiger diesen weiterhin trainieren zu lassen und Momentum zu kreieren bzw. beizubehalten, der sich wiederum in Kontinuität manifestiert.

Punkt 1 again: Kunde auf Abw(i)egen

Gerade Punkt 1 wird innerhalb der Branche oft noch als problematisch angesehen und mit viel Vorsicht genossen.
Dinge wie „Mimimi, Kunde XY könnte nach der Auszeit zum anderen Trainer wechseln“ stellen mitunter eine der größten Sorgen dar.

Der Punkt ist dann nicht ganz unberechtigt, wenn man A) eine viel zu lange Auszeit wählt; das Business lebt nun einmal vom direkten Kontakt mit dem Kunden während des 1:1 Trainings. Weltenbummler und Aussteiger sind in diesem Job definitiv falsch aufgehoben.
Es gibt Ausnahmen wie z.B. Kunden, die man über Jahre oder Jahrzehnte trainiert hat, die einem auch nach 1 Jahr Auszeit noch treu (erhalten) bleiben.

abwiegen

Ganz so schlimm sollte es dann hoffentlich nicht sein

B) kein Vertrauen in die eigene Kompetenz/(Dienst)Leistung hat. Damit fasse ich alle Ängste und Sorgen in einem Punkt zusammen, falls sich der Kunde dazu entscheiden sollte, weiterhin lieber mit dem anderen Trainer zu arbeiten oder zukünftig Trainer A und B zu beschäftigen.

Ehrlichkeit währt am Längsten

Ganz ehrlich? Wer sich als Personal Trainer fürchtet, bei kurzfristiger Vertretung den Kunden zu verlieren, hat schon längst verloren!
Wenn du schon Angst hast, dass der andere Trainer besser oder kompetenter mit deinem Kunden umgehen könnte als du, dann lass es doch einfach ganz sein!

Fährst du halt nie in den Urlaub und lebst in ständiger Angst, dein ganzes Business könnte an die Wand fahren, weil du mal nicht da bist.
Dann heißt es „Herzlich Willkommen Arbeiterdrohne und viel Erfolg dabei immer 100%ig zu funktionieren und bloß nie auszufallen“!
Redewendungen wie selbst und ständig werden dann deinen traurigen Alltag bilden und einen unglücklichen Personal Trainer wird langfristig niemand haben wollen.

Ansonsten lässt du dich 1. gar nicht erst vertreten, was eher ein Armutszeugnis für dich und deine Beziehung mit dem Kunden ist oder 2. solltest du dir an die eigene Nase fassen, warum du es nicht länger verdient hast, diesen Kunden zu trainieren und warum dieser (zurecht?) gewechselt ist.

Wie ich vorher umrissen habe, wird und sollte ein aufgeklärter Kunde aber in der Regel sehr dankbar sein!
Über die hohe Kompetenz und Fähigkeit des Trainers, das eigene Ego hinten anzustellen und das Wohl seines Kunden in den Mittelpunkt zu rücken.

abwiegen

Ich verspreche dir: Diese (dankbaren Kunden) sind und werden deine loyalsten Anhänger, also worauf wartest du noch?

Zeit zu Hanteln!
Personal Coach und Athlet

Sebastian

author: Sebastian Werner